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Prof. Peus, Dr. Pircher Verdorfer und Dr. Schmid über ausnutzende Führung

Mitarbeitende fühlen sich trotz neuer Führungsmethoden oft von ihren Vorgesetzten, die stark auf ihren eigen Nutzen fokussiert sind, ausgenutzt. Prof. Dr. Claudia Peus, Lehrstuhl für Forschungs- und Wissenschaftsmanagement & Vice Dean der Executive Education der TUM School of Management und Dr. Ellen Schmid sowie Dr. Armin Pircher Verdorfer, Senior Researcher, im Team von Prof. Peus haben die Auswirkungen eines solchen Führungsstils untersucht und ihre Ergebnisse im Journal of Management publiziert.

Die Studie basiert auf einer Reihe von Befragungen in unterschiedlichen Kontexten von Arbeitnehmern aus unterschiedlichen Branchen.

Die Wissenschaftlerinnen erkannten hier 5 Kategorien ausnutzender Führung aus der Studie:

-Eigennütziges Verhalten: Mitarbeitende sind für die Führungskräfte nur Mittel zum Zweck, denn letztendlich sehen sie deren Einsatz als auf den Nutzen der Führungskräfte angelegt

-Die Lorbeeren für die Arbeit anderer einstecken: Der Erfolg der Mitarbeitenden wird von den Führungskräften als ihr eigener ausgegeben

-Mitarbeitende manipulieren: Ausnutzende Führungskräfte haben keine Scheu, Zwietracht zwischen Mitarbeitenden zu säen, um ihre eigenen Ziele besser umsetzen zu können

-Mitarbeitende unter Druck setzen: die Führungskräfte setzen die Mitarbeitenden bewusst zu hohen Belastungen aus, um sie zu höherer Leistung anzuregen

-Mitarbeitende unterfordern: Auch durch dauerhafte Unterbelastung können Mitarbeitende ausgenutzt werden, zum Beispiel dann, wenn die Führungskraft jemanden für Routineaufgaben benötigt, die unter dem Qualifikationsniveau des betreffenden Mitarbeitendens liegen

An Gründen für ein derartiges Verhalten haben Prof. Dr. Peus, Dr. Schmid und Dr. Pircher Verdorfer folgende 3 herausgefunden:

1. Personen in Führungspositionen neigen automatisch dazu, ihre Ressourcen zu überschätzen und sich davon mehr zuzusprechen, als ihnen eigentlich zustünden. Dieses Verhalten geht dann zulasten der Mitarbeitenden, denen schlussendlich weniger der Ressource zur Verfügung steht.

2. Einen weiteren Grund dafür, ob Führungskräfte ausnutzendes Verhalten zeigen oder nicht stellt deren eigene Persönlichkeit dar. So tendieren beispielsweise Narzissten dazu, andere für sich arbeiten zu lassen, da sie das Gefühl haben, besser als die anderen zu sein daher das Recht dazu zu haben.

3. Letztlich nehmen auch die Rahmenbedingungen, innerhalb derer die Führungskräfte agieren, Einfluss auf deren Handeln. In einigen Unternehmen werden beispielsweise Führungskräfte direkt dazu angehalten, Mitarbeitende unter Druck zu setzen, da dies die einzige Möglichkeit sei, die den Führungskräften gesetzten hohen Zielvorgaben zu realisieren. Einziges Ziel des Unternehmens ist die Steigerung des Profits.

Das Forschungsprojekt zeigt als Auswirkungen von ausnutzendem Verhalten vor allem eine Unzufriedenheit der Mitarbeitenden auf, die dann wiederum in einer negativen Bewertung des Arbeitgebers und eher gering ausfallendem Engagement resultiert. Des Weiteren haben sich ausgenutzt fühlende Mitarbeitende weniger Probleme, Normen der Organisation zu missachten und zum Beispiel Ressourcen der Firma für sich selbst zu nutzen.

Bei der Vermeidung eines solchen Führungsstils durch die Unternehmen gilt es vor allem, die oben genannten Gründe zu beachten. Schon bei der Auswahl zukünftiger Führungskräfte spielt die Sensibilität der Entscheidenden für gewissen Neigungen wie etwa Narzissmus eine zentrale Rolle. Weitere Möglichkeiten stellen Änderungen der Belohnungsstrukturen des Unternehmens und eine gezielte Führungskräfteentwicklung dar. Beides zielt darauf ab, dass die Führungskräfte im Umgang mit ihren Mitarbeitenden werteorientierter handeln und dafür aber auch die nötigen Mittel erhalten.

Den Artikel im Journal of Management können Sie hier herunterladen.

Die vollständige Version können Sie hier bestellen.

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