Fokus Patientensicherheit: Veränderungen aktiv gestalten

  • Deutsch
  • München
  • Online & vor Ort
  • September 2021
  • 5 Monate
  • 5850 €, Discounts & scholarships available

Diese Weiterbildung gibt Ihnen das Rüstzeug, ihre Arbeit für Patienten im Gesundheitswesen nachhaltig sicherer zu gestalten. Im Fokus der neun Präsenztage steht der Perspektivwechsel im Umgang mit Sicherheit im Gesundheitswesen: Vom Reagieren auf Fehler und Schadensfälle hin zu proaktivem Handeln, das sich an guten und sicheren Lösungsansätzen und Best-Practices orientiert, – auch im internationalen Vergleich. Es werden erfolgreiche Konzepte aus der Hochsicherheitsorganisation Luftfahrt vorgestellt. In einem Human-Factor-Training wird unter anderem erlebbar gemacht, wie gute Kommunikation und funktionierende Teams auch unter schwierigen Bedingungen gelingen können. Die gewonnenen Erkenntnisse werden auf klinisch relevante Situationen übertragen, und durch konkrete Praxisbeispiele und Simulationsübungen vertieft. Die Weiterbildung schließt mit der Erarbeitung von Lösungsansätzen, die unmittelbar im eigenen praktischen Arbeitsumfeld eingesetzt werden können.

Das Curriculum orientiert sich am  WHO-Mustercurriculum Patientensicherheit, am Lernzielkatalog des Aktionsbündnisses Patientensicherheit und beleuchtet spezielle Aspekte aus dem AHRQ-Bericht 2020 „Making Health Care Safer III“.

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Warum dieses Weiterbildungsangebot?

Im Management der Covid19-Krise wird sichtbar, dass zur optimalen Versorgung von Patient*Innen und zum Schutz der Mitarbeiter*Innen im Gesundheitswesen eine stetige Anpassung an neu auftretende Risiken notwendig ist. Dies gilt nicht nur in pandemiebedingten Krisensituationen, sondern auch im alltäglichen Handeln innerhalb dieses komplexen soziotechnischen Systems. Mehr Patientensicherheit braucht einen Perspektivwechsel: weg vom reaktiven Verhalten auf Fehler, hin zum vorausschauenden lösungsorientierten Umgang mit Risiken. Die Weiterbildung mit Fokus auf diesen Perspektivwechsel ermöglicht, den Blick neu auszurichten und eine veränderte Haltung für die eigene zukünftige Arbeit zu entwickeln.

Ziel ist das Erlernen eines vorausschauenden lösungsorientierten Umgangs mit Risiken. Vorbild sind dabei jene Industrien, in denen ein Versagen zu unübersehbaren Katastrophen führt. Dazu zählen die zivile Luftfahrt, die Raumfahrt aber auch Kernkraftwerke oder Ölplattformen.  Diese Hoch­zuverlässigkeits­organisationen (High Reliability Organisations, HROs) verfügen über eine äußerst sicherheitsorientierte Kultur und hochzuverlässige Prozesse, die es ermöglichen, unvorhergesehenen Situationen, plötzliche Krisen oder Zwischenfälle zu antizipieren oder sehr flexibel darauf zu reagieren.

Im Fokus: Faktor Mensch

Dieses Zertifikat basiert auf dem systemischen Verständnis zum Problem der Patientensicherheit im klinischen Umfeld. Dabei stehen besonders die beitragenden organisationalen Faktoren wie Sicherheitskultur und „Der Faktor Mensch“ im Fokus der Lehreinheiten.  Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen erfolgreiche Konzepte aus der Hochsicherheitsorganisation Luftfahrt  kennen und üben anhand von Fallbeispielen aus dem jeweiligen Arbeitsumfeld die Übertragung auf klinisch relevante Situationen.

Unsere Referenten sind ausgewiesene Wissenschaftler*innen, Sicherheitsspezialist*innen aus der Luftfahrt (Lufthansa Flugsicherheitsabteilung und Lufthansa Aviation Training) oder Expert*innen mit langjähriger praktischer Umsetzungserfahrung in Patientensicherheitsprojekten in Abteilungen, Krankenhäusern und Krankenhausträgern.

Bernd Sibler

Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Mitglied des Bayerischen Landtags

“Ich freue mich sehr, dass der neue Zertifikatslehrgang ‘Patientensicherheit’ der Medizinischen Fakultät und des Klinikums rechts der Isar der TUM in Kooperation mit dem TUM Campus Straubing, dem Klinikum St. Elisabeth Straubing und der Lufthansa Aviation Training an den Start geht.

Durch die fortschreitende Digitalisierung in der Medizin und immer komplexer werdende Behandlungsprozesse gewinnt das Thema Patientensicherheit zunehmend an Bedeutung in unseren Klinika. Die interdisziplinäre Partnerschaft aus Medizin, Forschung und Wirtschaft verspricht innovative und dynamische Strategien für einen verantwortungsvollen Umgang mit den Risiken der modernen Medizin.”

Details


  • Programm:

    Fokus Patientensicherheit: Veränderungen aktiv gestalten
  • Zielgruppe: Verantwortliche für Qualitäts-, Risiko-, Schadens- und Krisenmanagement in Krankenhäusern und anderen Gesundheitseinrichtungen

    Führungskräfte oder angehende Führungskräfte in der medizinischen oder pflegerischen Patientenversorgung, für die Sicherheit und Systemsicht wichtig sind

    Im Gesundheitswesen Tätige, die mehr über die Sicherheitsrelevanz menschlicher Faktoren praxisnah erfahren wollen

    (Zukünftige) Patientensicherheitsbeauftragte
  • Anerkennung: Mit dem Zertifikat können 5 ECTS-Punkte erworben werden.

    Fortbildungspunkte bei der Bayerischen Landesärztekammer und bei der Registrierung beruflich Pflegender werden beantragt.

    Das Zertifikat erfüllt die Anforderungen der Patientensicherheitsverordnung (PaSV) Hessen sowie die Anforderungen zum Risikomanagement gemäß Qualitätsmanagement-Richtlinie (QM-RL) des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) nach § 137 SGB V 2016.

    Das Zertifikat orientiert sich am Patientenrechtegesetz (BGB) von 2013 und berücksichtigt die Normen ÖNORM 4900 ff. „Risikomanagement für Organisationen und Systeme“, DIN EN ISO 9001:2015 und die Europäische Norm DIN EN 15224:2017-05.
  • Zugangs-
    voraussetzung:
    Die Teilnehmenden sollten eine relevante Berufserfahrung von mindestens 2 Jahren vorweisen.
  • Teilnahme-
    gebühren:
    5850.00 €* pro Person
    10% Rabatt für TUM Alumni und Mitarbeiter*innen der BMW Group in Deutschland

  • Präsenzblöcke:
    • Präsenzblock 1: 23. – 25. September 2021, München
    • Präsenzblock 2: 11. - 13. November 2021, München-Flughafen/Oberding
    • Präsenzblock 3: 27. - 29. Januar 2022, Straubing und München
  • Standorte: München, Schwaig (Oberding), Straubing, Online
  • Format: Berufsbegleitend, vor Ort und Online (Blended Learning)
  • Sprache: Deutsch
  • Konzeption: Technische Universität München, MEC
    Prof. Dr. Pascal Berberat
    Prof. Dr. Rainer Haseneder
    Dr. Karen Schmidt-Bäse

    Klinikum St. Elisabeth Straubing Barmherzige Brüder
    Dr. Christoph Scheu
    Dr. Dorothée Assenmacher

    Klinikum rechts der Isar, TU München
    Prof. Dr. Markus Schwaiger
    Dr. Angelika Werner

*Unserer Erfahrung nach helfen Steuervergünstigungen in Deutschland vielen unserer Programmteilnehmenden, ihre Ausbildung zu finanzieren, da diese bis zu 50% der Studiengebühren und programmbezogenen Reisekosten in der Steuererklärung angeben können. Bitte sprechen Sie mit Ihren Steuerberater*innen für eine Einschätzung Ihrer Situation. Für Teilnehmende unserer Programme, die ihren Wohnsitz außerhalb Deutschlands haben, kann dies ebenfalls zutreffen, bitte klären Sie die Situation mit den lokalen Steuerbehörden.

Möchten Sie mehr von Prof. Dr. med. Rainer Haseneder über Einflüsse der Corona-Pandemie auf die Patientensicherheit oder auf den medizinischen Bereich übertragbare Konzepte aus der Luftfahrt erfahren? Lesen Sie hier das komplette Interview!

INHALTE

  • Rahmenbedingungen unseres Gesundheitssystems
  • Fehler im medizinischen Umfeld
  • Sicherheit und Qualität messbar machen
  • Patienten-Arzt-Verhältnis aus medizinrechtlicher Sicht
  • Patientenbeteiligung/ Shared-Decision-Making
  • Lernen von Anderen I: Sicherheitskulturen internationaler Gesundheitssysteme
  • Lernen von Anderen II: Sicherheitskultur in anderen Industrien
  • Sicherheitskultur in der eigenen medizinischen Organisation
  • Faktor Mensch: Eine Einführung
  • Lernen von HROs: Sicherheit in der Luftfahrt
  • Interpersonelle Kompetenzen: Vom Ich zum Wir
  • Interpersonelle Kompetenzen: Entwicklung von psychologisch sicheren Teams
  • Simulationstraining im Cabin Emergency Evacuation Trainer
  • Transfer in das Gesundheitswesen
  • Sicherheitsstrategie entwickeln
  • Neue Perspektive verstehen und anwenden
  • Risiken erkennen und bewerten
  • Lösungen und Maßnahmen kennenlernen
  • Best Practice-Beispiele für konkrete Umsetzung kennenlernen
  • Lösungsansätze im eigenen klinischen Umfeld erarbeiten

 Dozent*innen

Wissenschaftler*innen und Expert*innen aus der Praxis

  • Prof. Dr. Klaus Bengler
    Lehrstuhl für Ergonomie, TU München
  • Prof. Dr. Rainer Haseneder
    Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin
    Klinikum rechts der Isar, TU München
  • Prof. Dr. Markus Schwaiger
    Ärztlicher Direktor
    Klinikum rechts der Isar, TU München
  • Dr. Angelika Werner
    Stabstelle Qualitäts- und Risikomanagement
    Klinikum rechts der Isar, TU München
  • Prof. Dr. Johannes Hamann
    Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
    Klinikum rechts der Isar, TU München
  • Prof. Dr. Hans-Henning Eckstein/ Dr. Eva Knipfer
    Klinik und Poliklinik für Vaskuläre und Endovaskuläre Chirurgie
    Klinikum rechts der Isar, TU München
  • Dr. Friedemann Gebhardt
    Stabstelle Krankenhaushygiene
    Klinikum rechts der Isar, TU München
  • Dr. Christiane Querbach
    Stabstelle Antibiotic Stewardship
    Klinikum rechts der Isar, TU München
  • Dr. Helmut Renz/ Anita Kellermann/ Dr. Monika Trojan
    Krankenhausapotheke
    Klinikum rechts der Isar, TU München
  • Thomas Münch
    Institute for Lifelong Learning, TU München
  • Dr. med. Nikolaos Sapoutzis
    Medical Education Center, TU München
  • Prof. Dr. Sebastian Goerg
    Professur für Economics, TU München

  • Dr. Christoph Scheu
    Geschäftsführung
    Klinikum St. Elisabeth Straubing, Barmherzige Brüder

  • Prof. Dr. Matthias Jacob
    Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerzmedizin
    Klinikum St. Elisabeth Straubing, Barmherzige Brüder
  • Prof. Dr. Andreas Becker
    Institut Prof. Dr. Becker für Klinikum St. Elisabeth Straubing, Barmherzige Brüder
  • Capt. Manfred Müller
    Ehem. Leiter Flugsicherheitsforschung
    Deutsche Lufthansa AG
  • Dr. Wiebke Schüttig
    Fachbereich Health Service Management, LMU München
  • Dr. Marc Lazarovici Dipl.- Inf.
    Präsident Society for Simulation in Europe
    Institut für Notfallmedizin und Medizinmanagement, LMU Klinikum München
  • Dr. Marcus Rall
    Leitung InPASS Institut für Patientensicherheit & Teamtraining GmbH
  • Capt. Cordula Pflaum
    Ausbildungskapitänin A350 Lufthansa
  • Prof. Dr. Bertil Bouillon
    Lehrstuhl Unfallchirurgie und Orthopädie
    Universität Witten/Herdecke
  • RA Matthias Teichner
    Experte im Bereich Arzthaftungsrecht, Hamburg

FÖRDERMÖGLICHKEITEN

Es gibt verschiedene Möglichkeiten eine berufsbegleitende Weiterbildung zu finanzieren. Oft investieren Arbeitgeber*innen in ihre Mitarbeiter*innen und unterstützen sie finanziell oder durch ein Arbeitszeitmodell. Aber auch Stipendien sind beliebte Formen der Finanzierung.

Es gibt sowohl politische, kirchliche als auch private Stiftungen, die Stipendien vergeben. Oft werden sehr individuelle Bedingungen gestellt, die in Zusammenhang mit dem Stiftungszweck stehen.

Weitere Informationen (mit Suchfunktionen) finden Sie hier:

Weiterbildungsstipendium des Bundesministeriums für Bildung und Forschung: „Stiftung Begabtenförderung für berufliche Weiterbildung“ (SBB)
https://www.sbb-stipendien.de/weiterbildungsstipendium
Zielgruppe: Junge Berufstätige (unter 27 Jahren) mit abgeschlossener Berufsausbildung im Gesundheitswesen

Stipendium der B.Braun Stiftung
Fortbildungsstipendien für die Weiterqualifizierung von Apothekern, Ärzten, Krankenhausmanagern und Pflegenden
https://www.bbraun-stiftung.de/de/foerderungen.html

Charlotte Lehmann-Stiftung
In 2021 werden Qualifizierungsmaßnahmen für (ausschließlich!) Fachärztinnen für Anästhesiologie mit bis zu 5000,-€ gewährt.
https://charlotte.lehmann-stiftung.com/foerderprogramm/

Partner

Das Zertifikat ist ein Gemeinschaftsprojekt der medizinischen Fakultät der TU und dem Klinikum rechts der Isar in Kooperation mit dem Klinikum St. Elisabeth Straubing und Lufthansa Aviation Training.

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Unsere Teilnahme- und Rücktrittsbedingungen finden Sie hier.

Mehr erfahren

Bitte beachten: Bei sämtlichen Programmdurchführungen gelten die aktuellen Corona-Regelungen. Über etwaige Änderungen, welche bspw. die Durchführung von Präsenzveranstaltungen betreffen, informieren wir die angemeldeten  Teilnehmer*innen kontinuierlich. Bei Fragen können Sie sich jederzeit an unsere Program Manager wenden.

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